Startseite » Beitrag verschlagwortet mit 'Roman'

Schlagwort-Archive: Roman

Das Rad zerbricht

Am 15.07. geht es weiter mit Tino’ta. „Das Rad zerbricht“ ist der Titel der neuen Episode, die den ersten Teil des Bandes „Die Stadt der tausend Wasser“ beinhaltet. Die einzelnen Episode kommen zuerst als eBooks heraus. Wenn alle Teile veröffentlicht sind, wird das Taschenbuch veröffentlicht.

Bis dahin kann ich denen von Euch, die Tino’ta noch nicht kennen, gerne nochmals „Der Traum der Jägerin“ ans Herz legen. Das Buch gibt es auch als Episoden Edition zum Taschengeldpreis.

Der Traum der Jägerin” – Episodenliste:

Teil 1: Schattenlöwen
Teil 2: Verbranntes Fleisch
Teil 3: Die Worte der Toten
Teil 4: Überraschungen in der Nacht
Teil 5: Das falsche Bild
Teil 6: Der Orkrat 

Mehr Infos zu den Episoden gibt es hier: obsitia.wordpress.com/episoden-edition

Advertisements

Liebe zwischen Ork und Menschen? Träume von einer “fantastischen” Liebe und gewinne ein eBook. [Qindie Gewinnspiel]

Als Tino’ta den das erste Mal vor Hauptmann Orman steht, bzw. liegt, ist sie voller Zorn. Doch dann muss sie erkennen, dass die Welt nicht einfach schwarz und weiß ist. Dass der Mensch, der so gar nicht ihrem Feindbild entsprechen will, ihr Herz schneller schlagen lässt, verwirrt die junge Orkjägerin anfangs. Während der Krieg zwischen den Rassen schier unaufhaltsam voranschreitet, erkennt Tino’ta, dass sie nur gemeinsam ihre Völker vor dem Untergang bewahren können. Und insgeheim wächst in ihr der Wunsch nach einer ganz anderen Gemeinsamkeit …

Ork und Mensch? Geist und Vampir? Welche fantastische oder mystische Liebesbeziehung spukt in Deiner Fantasie herum? Was wären die Probleme dieser Beziehung? Welche Möglichkeiten hätten die Liebenden, zueinander zu finden?

Erzähle uns, von welchem Liebespaar Du gerne lesen würdest und gewinne eine von drei E-Bookausgaben von “Der Traum der Jägerin”.

Hier geht’s zum Gewinnspiel auf der Qindie Homepage.

Ich wünsche Euch beim Mitspielen viel Spaß und natürlich auch viel Glück beim Gewinnen!

Leserunde zu »Der Traum der Jägerin« auf Lovelybooks

Ich stellt Euch 25 Exemplare meines Fantasy-Romans »Der Traum der Jägerin: Obsi‘tia – Das zweite Zeitalter« für eine Leserunde auf Lovelybooks zur Verfügung. Ich werde die Leserunde begleiten und auch für Fragen zur Verfügung stehen.

Es werden insgesamt 15 E-Books und bis zu 10 signierte Taschenbücher verlost. Bewerben könnt ihr Euch bis zum 4. August. Dabei gilt es, zwei leichte Fragen zu beantworten.

Hier geht’s zur Leserunde.

So erniedrigend

Es war so erniedrigend! Der Mensch hatte sie getragen! Wie ein kleines Kind! Immer noch verschnürt und hilflos hatte er sie aufgehoben und sich einfach über die Schulter geworfen. Ihre Versuche, sich aus seinem Griff zu befreien, waren vergeblich gewesen. Und jetzt hatte er sie auch noch dem anderen Menschen wie ein Brautgeschenk vor die Füße gelegt. Vor Wut hätte Tino‘ta heulen können. Wenn sie nur aus ihren Fesseln herauskäme, wenn sie doch nur ihre Arme wieder gebrauchen könnte, sie würde es diesen Menschen schon zeigen. Sie würde ihnen ihre Arroganz mitsamt ihrem Leben austreiben.

Sie richtete ihren Zorn auf den großen Mann, vor dessen Füßen sie nun lag und der sie mit einem gewissen Grad an Neugier und Überraschung betrachtete.

»Warum hast du sie gefangen?« In der Stimme des Mannes war kein Vorwurf, er akzeptierte die Entscheidung des Anderen, wollte aber den Grund verstehen.

»Das habe ich nicht, Hauptmann«, antwortete nun der Mann, der maximal ein Jahr älter war als sie selbst. »Ich habe sie so gefunden. Sie lag verschnürt wie ein Päckchen in einer Bodensenke. Vielleicht hat sie jemand dort verloren, obwohl ich eher glaube, dass sie demjenigen, der sie so fein eingeschnürt hat, entkommen ist. Es ist schwer, sie zu halten. Sie ist wie eine Wildkatze. Sie hat mich sogar in den Rücken gebissen.«

Der Mann, den der andere als Hauptmann angeredet hatte, kniete sich neben Tino‘ta nieder und sah ihr ins Gesicht. Sie überkam das seltsame Gefühl, seine grünen Augen vorher schon mal gesehen zu haben. Mit voller Kraft zerrte sie an ihren Fesseln, doch das Einzige, was sie bewirkte, war ein stechender Schmerz in der Schulter.

»Mein Name ist Orman.« Seine Stimme war tief und schwang in ihren Eingeweiden nach. Tino‘ta antwortet nicht. Ihre Augen sprühten Funken vor Zorn.

»Ich will wissen, was da vor uns passiert«, fuhr er nach einigen Augenblicken fort. »Irgendetwas geht heute Nacht in diesem Wald vor sich und ich denke, du kannst mir etwas darüber erzählen. Alles, was ich will, sind ein paar Antworten.«

Was bildete er sich ein?! Das war Orkland, wie konnte er hierherkommen und sie, gefesselt und hilflos, verhören, als sei sie der Eindringling und nicht er. Dass er dabei so ruhig blieb, machte alles noch schlimmer. Tino‘ta bäumte sich auf. Ein unartikulierter Zorneslaut drang aus ihrer Kehle, sie wollte ihn schlagen, ihn beißen, aber er wich nicht einmal zurück. Tränen der Wut liefen ihr übers Gesicht. Verzweifelt und erschöpft sank sie zurück auf den Waldboden.

»Du willst also nicht antworten? Oder verstehst du mich nicht?«

Natürlich hatte sie die Sprache der Menschen der Grenzlande gelernt. Eine Notwendigkeit für die Orks, die jedes Jahr durch diese Gegend zogen, um zu ihren Winterquartieren zu kommen, aber erst in diesem Moment wurde ihr bewusst, dass er zu ihr nicht in seiner, sondern in ihrer Sprache gesprochen hatte. Ein Riss aus Verwirrung ließ den Damm der Wut brechen.

Ork Wagen 2»Nein! Ich will nicht!« Sie wusste, wie dumm ihre Worte klingen mussten. »Fühlt ihr euch stark, weil ihr eine gefesselte Frau verhöhnen könnt? Was haben wir euch getan? Wenn ihr uns vernichten wollt, dann versucht es doch im offenen Kampf! Aber dafür habt ihr keinen Mut. Das ist unser Land! Ihr habt hier nichts zu suchen. Ihr kommt hierher und führt euch auf, als wärt ihr die Herren. Ihr schlachtet unsere Kinder ab, vergewaltigt hilflose Mütter und verbrennt unsere Wagen. Warum? Ihr …« Tino‘ta verstummte. Sie hatte jede Reaktion von dem Menschen erwartet: Wut, Aggressivität, sogar ein Messer zwischen den Rippen, aber sie würde nie wieder diesen Ausdruck von Schmerz und Entsetzen vergessen, der für einen winzigen Moment in seinen grünen Augen aufleuchtete. Das Gefühl, in seine Seele geblickt zu haben, raubte ihrer Wut die Worte.

Orman richtete sich auf. Fast nebenbei wurde ihm bewusst, dass einige seiner Männer zu ihm getreten waren. »Schneide sie los«, befahl er an Lacaru gewandt. Und als er das Zögern des Mannes bemerkte, fügte er ein »Tu es« hinzu, das viel schärfer klang, als er beabsichtigt hatte.

»Du bist frei«, sagte er zu Tino‘ta.

»Was?«

»Nun, du kannst gehen. Wie du sagtest, es ist euer Land und ich habe weder das Recht noch die Absicht, dich hier festzuhalten. Ich werde auch allein herausfinde, was hier vor sich geht.«

Leseprobe aus „Der Traum der Jägerin

 

Es hat begonnen

»Es hat begonnen.«

Die Worte, fast nur ein Flüstern, ließen Ardon erschauern. Etwas Tödliches berührte seine Seele und presste sie unerbittlich zusammen. Er atmete tief ein, schüttelte die Beklemmung ab und trat an die Seite seines Meisters. Trotz der Wärme des lauen Sommerabends, die durch die Fenster des Turmzimmers drang, fröstelte es ihn.

Vor den Augen der beiden Menschen erstreckten sich die Ausläufer des Barkan Gebirges tief in die grüne Finsternis des Hallach Waldes hinein. Schatten krochen zwischen den großen Bäumen des Waldes hervor, zuckten vor dem Licht zurück und verbargen sich wieder unter den uralten Bäumen. Mit einem flauen Gefühl im Magen betrachtete Ardon die Reiter, die der schlängelnden Linie des Pfades zwischen dem Sumpf und dem Forst folgten. Er konnte den Mann, welcher der gemischten Truppe voran ritt, kaum noch erkennen, aber seine Erinnerung an ihr letztes Treffen war noch frisch. Das schattenhafte Lächeln, das immer wieder in den ansonsten reglosen Zügen des Elfen aufblitzte, würde er genauso wenig vergessen wie dessen silbrig graue Augen. Sie waren wie ein Spiegel, in dem man seinen eigenen Tod sehen konnte.

Nun zügelten die Männer ihre Pferde, berieten sich kurz und folgten dann der alten Ork-Straße, die sie in einem weiten Bogen durch den Hallach nach Süden bringen würde. Wenige Minuten später zeugten nur noch gelegentlich Vogelschwärme, die aufgeregt das Blätterdach des Waldes durchbrachen, von der Route, der die Männer folgten.

»Wir hätten ihm nicht vertrauen sollen.« Ardon blickte bei diesen Worten weiterhin auf das sich vor ihm erstreckende Meer aus Bäumen. »Ich habe seinesgleichen noch nie leiden können.«

»Du verwunderst mich.« In Laszans Stimme schwang Belustigung mit. Der Priester legte seine Hand auf Ardons Schulter und drückte sie sanft. Fahle Haut, mit gelblichen Flecken übersät, spannte sich pergamentartig über die Knochen seiner Finger. Unter seiner schmucklosen, grauen Robe zeichnete sich sein ausgemergelter Körper ab. Mit seinen sechs Fuß war er hochgewachsen. Die Kapuze des Umhangs hatte er so weit vorgezogen, dass sein Gesicht vollkommen im Schatten verborgen lag. Fast schien es, als scheue der alte Priester das Licht des Tages. »Ich hätte dich nicht für einen Rassisten gehalten.«

»Das meine ich nicht«, sagte Ardon und war einen Moment selbst nicht sicher, ob das stimmte. »Es ist mir egal, ob er ein Elf ist oder was auch immer. Es ist seine Zunft, die mich abstößt. Wie kann man einem Mann trauen, der in dem Leben Anderer nur etwas sieht, das man in Münzen aufwiegen kann. Er macht mir Angst.«

»Solange es unsere Münzen sind, sollte dich das nicht beunruhigen.« Die Belustigung war aus Laszans Stimme verschwunden, als er fortfuhr: »Aber du irrst dich, was Vehstrihns Motivation anbetrifft. Und das, mein lieber Ardon, sollte dir wirklich Angst machen.« Seine letzten Worte waren nur noch ein Flüstern. Mit einer fließenden Bewegung, die man einem Mann, der die siebzig Lenze schon lange hinter sich gelassen hatte, gar nicht zutrauen würde, wandte der Priester sich vom Fenster ab. Er durchquerte den ovalen Turmraum mit wenigen Schritten und begann mit dem Abstieg. Kurz bevor ihn der steinerne Treppenabgang endgültig verschlungen hatte, drehte er sich noch einmal zu seinem Schüler um.

»Es ist gut, Angst zu haben, Ardon, denn die Angst macht dich vorsichtig. Nur ein Narr hat keine Angst, wenn er mit einem gefährlichen Werkzeug arbeitet. Und die Friedhöfe sind voll von Narren. Doch wenn man sich der Gefahr bewusst ist und das Werkzeug mit Bedacht handhabt, dann kann man ein Kunstwerk schaffen, das die Zeiten überdauert. Und Vehstrihn ist fürwahr ein Werkzeug, das, von den richtigen Händen geführt, in der Lage ist, ein Monument von schier unvorstellbarer Schönheit zu schaffen.«

Ardon starrte noch einige Momente auf die Stelle, an der sein Meister soeben das Turmzimmer verlassen hatte. Ein lauer Windstoß fegte durch das Fenster hinter ihm und ließ seine aschblonden Haare um seine Schultern wehen. Er brachte den Gestank von Verwesung mit sich. Selbst hier oben, in der alten Felsenfestung, die sich an die fast lotrechten Flanken des Berges klammerte, waren die Fäulnisdämpfe, die unaufhaltsam aus den Tiefen des Sumpfes hervordrangen, allgegenwärtig.

Ardon wandte sich wieder dem Fenster zu und kniff die blauen Augen zusammen, um besser sehen zu können. Sein Gesicht war ebenmäßig, fast feminin. Trotz seiner vierundzwanzig Jahre hatte sich noch kein Bartwuchs einstellen wollen, lediglich ein zartblonder Flaum zierte sein Kinn. Den dunkelgrauen Novizenumhang, der seine schlanke Gestalt umhüllte, hatte er mittels einer blauen Kordel an den Hüften geschnürt. Die Kapuze trug er zurückgeschlagen. Seine Füße steckten in wildbraunen Lederschuhen, die seine Zehen freiließen. Wie auch sein Meister war Ardon mit sechseinviertel Fuß überdurchschnittlich groß.

Ork überfallene KarawaneNichts als Sumpf, Wald und Steine, dachte er. Geisterland nannten die Orks das Gebiet, in dem Laszans alte Felsenburg lag, und Ardon fand den Namen sehr passend. Wenn er nachts wach lag und dem Heulen und Klagen lauschte, das die Burg einhüllte, dann war er um jeden der Bannsprüche froh, die sein Meister um das alte Gemäuer hatte legen lassen. Und die Geister waren nicht das Gefährlichste, was in dieser Gegend lebte, wobei leben vielleicht nicht das richtige Wort war. Auch wenn er nicht behaupten konnte, etwas in diesen Wäldern gesehen zu haben, so wusste er doch, dass es da war. Ein scharfes Knacken zwischen den Bäumen, eine Bewegung aus dem Augenwinkel oder die kurzen, spitzen Todesschreie der Waldtiere waren ihm Beweis genug. Ein alter elfischer Foliant, der sich mit den Legenden der Orks beschäftigte und den Ardon nur sehr ungenügend übersetzen konnte, hatte ihm die Geschichte eines Krieges erzählt, die über die Vorstellungskraft der Menschen hinausging. Die letzte Schlacht zwischen den Göttern und den Alten hatte das magische Gefüge zerrissen, und das, was aus diesen Rissen hervorgekrochen kam, schlich noch immer hier irgendwo herum. Am Ende waren die Alten, wer auch immer das gewesen war, besiegt und eingeschlossen worden, doch die Narben dieses Konfliktes zeichneten das Land bis heute. Und dieser Ort hier war einer dieser Narben. Die Orks wussten das. Es war verbotenes Land. Nie würden sie einen Fuß hierher setzen. Und genau deshalb war dieser Ort für Laszan und seine Pläne so ideal.

Ardon zog seinen Umhang fester um die Schultern. In seinem Kopf jagten sich die Gedanken. Etwas Großes schaffen, hatte sein Meister gesagt. Etwas Großes? Gewiss! Aber ein Kunstwerk? Ein kalter Druck breitete sich in Ardons Brust aus. Fühlte sich so ein Künstler, wenn sein Werk begonnen war? Hier ging es nicht darum, eine Statue zu erschaffen. Hier ging es um das Schicksal der drei Rassen. Ihr Rohstoff war nicht ein Block aus kaltem Stein, es waren die heißen Emotionen unzähliger Seelen. Und ihr Werkzeug waren nicht etwa Hammer und Meißel, nein, bei diesem Werkzeug handelte es sich um das pure Grauen.

Leseprobe aus „Der Traum der Jägerin
amazon
 kobo_logo

%d Bloggern gefällt das: