Startseite » Beitrag verschlagwortet mit 'Mittelalterlich'

Schlagwort-Archive: Mittelalterlich

Das Kleid

Behutsam streifte sich Libold das Kleid über. Dabei verzog er angewidert das Gesicht. Nicht dass an dem Kleid etwas auszusetzen gewesen wäre. Im Gegenteil, es war ein sehr schönes Kleid: weiß mit kleinen blauen Blumen darauf und Rüschen an den Ärmeln. Es hatte ihn und seine Kameraden eine Menge Geld gekostet. Der Anlass für seinen Gesichtsausdruck war, dass er ein Kleid anzog, das er lieber einem hübschen Mädchen ausgezogen hätte.

Neben der reinen Überwindung war das nächste Hindernis beim Ankleiden seine Statur. Das Kleid war offensichtlich für eine viel zierlichere Person gedacht. Gut, dann sollte es eben hinten offenbleiben. Es würde ja sowieso nur von vorne zu sehen sein. Ein Grinsen stahl sich in Libolds schmalwangiges Gesicht. Und je mehr er an die bald kommenden Ereignisse dachte, desto breiter wurde es. Bald war es so weit; das würde ein Spaß werden. Mit einem leichten Kribbeln durchströmte ihn die Vorfreude. Über diesen Streich würde der Heerhaufen noch monatelang reden und lachen. Hoffentlich nahm ihm Garvin das nicht allzu übel. Er mochte den Jungen. Das war auch der Grund, warum er sich dazu bereit erklärt hatte, in Frauenkleider zu schlüpfen. So konnte er Garvins Gesichtsausdruck im Augenblick der Erkenntnis aus erster Hand genießen.

Aber es gab noch einen Grund, warum er diese Rolle in dem Scherz übernahm: Mit seiner schlanken Figur und den langen blonden Haaren war er der Einzige im Heerhaufen, der im Dunklen auf den ersten Blick als Frau durchgehen konnte.

Rasch legte er noch den himmelblauen Umhang um und zog die Kapuze tief ins Gesicht. Wenn er sich im Schatten halten würde, hätte er die Chance, die Maskerade so lange aufrechtzuerhalten, bis er Garvin einen bärtigen Kuss gegeben hatte.

Er räusperte sich.

»Oh helft mir, ich bin ja so verzweifelt«, flötetet er mit seiner höchsten Stimme. »Ihr seid mein Held!«

Dann brach er in schallendes Lachen aus.

Leseprobe aus „Die dritte Prinzessin

Ein Bier noch

»Ein Bier noch. Bitte.«

»Nein, Ihr habt schon genug gehabt. Das Zeug bringt Euch eines Tages noch um.«

Behutsam entzog sich die Frau dem Griff des Mannes. Mit einer geübten Bewegung stellte sie den umgefallenen Krug wieder auf den Tisch, während sie mit der anderen Hand das vergossene Bier aufwischte.

»Lasst ihn doch«, tönte eine raue Stimme durch kleinen Schankraum. »Was schadet es denn, wenn er sich tot säuft? Wahrscheinlich ist es sogar genau das, was er vorhat.«

Der Redner, ein hochgewachsener Mann Mitte zwanzig, grinste breit. Er trug edle Kleidung und passte nicht so recht in die bescheidene Taverne. Was er sagte, schien ihm selbst gut zu gefallen. Er strich sich das blonde Haar zurück und blickte vergnügt zu seinen beiden feixenden Begleitern. Seine blauen Augen funkelten.

»Wirt!«, rief er, wobei er darauf achtete, dass ihn auch alle sehen konnten. »Noch eine Maß für unseren Gerbald. Seine Kriegerseele braucht Balsam.«

Die brünette Schankmaid packte den leeren Bierkrug und warf dem jungen Mann einen scharfen Blick zu. Dann sah sie den Wirt an und schüttelte leicht den Kopf.

»Er hat mal wieder zu viel getrunken«, sagte sie an diesen gewandt. »Ich richte ihm einen Schlafplatz in der Scheune. In diesem Zustand sollte er besser nicht mehr nach Hause laufen.«

»Was?«, meldete sich der Blonde direkt hinter ihr. Eine Hand legte sich um ihre Hüfte. »Dem Säufer richtet Ihr ein Bett, und mir wollt Ihr nicht einmal einen Kuss gönnen?«

Sie fuhr herum, den Arm mit dem Krug weit ausholend. Doch der Mann kam ihr zuvor. Geschickt fing er ihren Schlag ab und zog die zierliche Frau zu sich heran. Verzweifelt wand sie sich in seinem Griff.

»Lasst mich los, Harald! Ihr tut mir weh!«

»Stellt Euch nicht so an. Ich werde Euch nichts tun. Alles, was ich will, ist ein kleiner Kuss.«

»Lasst sie in Ruhe«, ließ der Wirt vernehmen. Er hatte die Theke umrundet und trat auf die beiden zu. »Wenn Lilian sagt, dass sie nicht will, dann solltet Ihr das akzeptieren, oder …«

»Oder was?« Harald stieß Lilian von sich und wandte sich dem Wirt zu. »Wollt Ihr mir sagen, was ich zu tun habe? Wollt Ihr, dass ich zu meinem Vater gehe und ihm erzähle, dass Ihr Euch in unsere Angelegenheiten einmischt? Vielleicht seid Ihr ja der Meinung, dass Ihr zu wenig Steuern zahlt?«

Der Wirt schüttelte den Kopf und trat zurück hinter die Theke. Als sein Blick den Lilians traf, senkte er ihn rasch zu Boden.

»Nachdem das nun geklärt ist«, fuhr Harald munter fort, »könnt Ihr unserem großen Krieger da drüben ja sein Bier bringen.«

»Warum tut Ihr das?«, fragte Lilian. In ihren grünen Augen schimmerten Tränen. »Was hat Euch Gerbald getan? Lasst ihn doch einfach in Ruhe.« Sie sah zu dem Mann, der zusammengesunken auf seinem Stuhl saß.

Seine Augen blickten unstet, fanden keinen Fokus. Der verwahrloste Bart enthielt angetrockneten Schaum und die Reste seiner letzten Mahlzeit. Das schwarze Haar war mit ersten grauen Strähnen durchsetzt, hing ihm wirr ins Gesicht und verdeckte fast die Narbe, die seine linke Wange zeichnete. Seine Haut war fahl und aufgeschwemmt.

Lilian trat zwischen ihn und Harald.

»Was findet Ihr nur an diesem Trunkenbold?« Harald schob sich näher an sie heran. »Er ist doch nicht mehr als ein Wrack. Wenn er noch nicht zubesoffen ist zum Reden, erzählt er von der guten alten Zeit. Erzählt von Schlachten, die er angeblich geschlagen haben will, und von seinen Heldentaten, die ihm sowieso niemand glaubt. Gegen die Sarazenen will er gekämpft haben und kann doch nicht einmal gerade laufen. Er ist nichts als ein sabbernder Suffkopf, der nicht mehr zwischen Erinnerung und Fantasie unterscheiden kann. Ich habe meinen Vater gefragt. Niemals hat er von einem Ritter namens Gerbald von Habenstein gehört. Sogar sein Name entspringt seinen Bierträumen, erkennt Ihr das nicht?«

Harald trat an Lilian vorbei und baute sich vor Gerbald auf.

»Nicht wahr?«, fragte er mit erhobener Stimme, »Ihr seid gar kein Ritter, wie Ihr uns weismachen wollt. Ihr seid nichts als ein elender Lügner. Und ein versoffener Aufschneider noch dazu.«

Mit einem Mal kam Leben in Gerbald. Er sprang auf und griff nach Harald. Doch er fasste daneben, der Schwung trug ihn an dem jungen Mann vorbei, und er stürzte zu Boden. Schwankend kam er wieder auf die Beine.

»Nimm das sofort zurück«, presste er mühsam hervor. Nur mit Schwierigkeiten konnte er die Worte artikulieren. »Ich bin, was ich sage. Ich …,ich bin …,ich

»Klar seid Ihr das«, erwiderte Harald lachend, »Ihr seid Ihr, der versoffene Lügner.«

»Ich bin kein Lügner. Ich bin mit König Ludwig gegen die Sarazenen geritten. Wir waren zusammen in Ägypten. Fragt Euren Vater. Er war auch dabei.« Er schwieg einen Moment und sein Blick verlor sich in den Tiefen der Vergangenheit. »Meistens jedenfalls«, fügte er fast unhörbar hinzu.

»Ihr seid also ein mutiger Krieger?« Haralds Stimme nahm einen bösartigen Unterton an. »Dann werdet Ihr das bestimmt auch beweisen wollen. Könnt Ihr das Land nicht vor einer ungeheuerlichen Gefahr retten?« Seine beiden Freunde, die noch am Tisch saßen, grinsten breit.

»Was für eine Gefahr?«

»Oh, nichts, womit ein so tapferer Krieger wie Ihr nicht fertig werden würde. Ich meine den Wolf und den Geist.«

»Nein!« Lilian stieß einen spitzen Schrei aus. »Das könnt Ihr nicht ernst meinen. Niemand, der nach dem Wolf und dem Geist gesucht hat, ist jemals wieder zurückgekehrt.«

»Mag sein«, erwiderte Harald mit dem unschuldigen Lächeln einer Klapperschlange, »aber jene waren auch nur abenteuerlustige Dummköpfe. Keiner von ihnen war ein echter Krieger, so wie unser Gerbald hier. Und außerdem«, fuhr er an Lilian gewandt fort, »sind das alles nur Gerüchte, um die Reisenden zu erschrecken, die verrückt genug sind, den Ostwald und das Moor nach Sonnenuntergang zu durchqueren.« Die letzten Worte hatte er so leise gesprochen, dass nur Lilian sie hören konnte.

Wütend funkelte sie ihn an. »Er wird sich im Moor verirren und den Tod in einem der Sumpflöcher finden. Wollt Ihr das wirklich verantworten?«

»Keine Angst, so weit wird es nicht kommen. Er macht sich schon lange vorher in die Hosen.« Harald winkte seine beiden Begleiter herbei. Er zeigte auf Gerbald, der krampfhaft versuchte, sich auf den Beinen zu halten. »Los, packt an. Wir bringen den Helden nach Hause, auf dass er sich rüsten kann.«

***

Harald, seine Männer und eine Handvoll Tavernenbesucher, die das Spektakel nicht verpassen wollten, waren ausgelassener Stimmung. Doch im Dunkel der Nacht klangen ihre Stimmen verloren, und ihr Lachen wurde von den Nebelschwaden, die zwischen den Hütten lauerten, aufgesogen. Rasch kehrte Stille ein.

Schweigend rückte die kleine Gruppe enger zusammen, während sie dem Rand des Dorfes und damit der Hütte des Kriegers näher kamen. Die Geschichten, die eben noch so fern gewesen waren, kehrten sogleich in ihre Erinnerung zurück. Jeder von ihnen hatte schon vom Wolf und dem Geist gehört. Der Legende nach hausten die beiden in den Sümpfen, die den Ostwald, der in Blickweite des Dorfes lag, durchzogen.

Wenn die Nacht und mit ihr die Nebel kamen, dann verließen Wolf und Geist ihre Ruhestätte, so hieß es, um nach verirrten Reisenden zu suchen. So mancher Alte erzählte, dass die beiden in besonders nebligen Nächten sogar direkt durchs Dorf zu schleichen wagten. Ihre Opfer schleppten sie dann in den nahe gelegenen Sumpf, wo man sie, wenn überhaupt, am nächsten Morgen ertrunken auffand. Bei Tageslicht oder im Schutz einer sicheren Hütte wurden diese Vorfälle schnell als Unfälle abgetan, doch nun, während sich die Gruppe durch den immer dichter werdenden Nebel bewegte, wurden die Legenden plötzlich zu einem bedrohlichen Schatten. Jeden Moment rechneten sie damit, die Silhouette eines aufrecht gehenden Wolfes oder das fahle Leuchten des Geistes im Nebel auftauchen zu sehen. Schritt für Schritt eilten sie schneller voran, bis sie endlich Gerbalds Hütte erreichten. Tief durchatmend drängten sich die Menschen in den kleinen, muffigen Wohnraum.

Außer dem spärlichen Nachtlager und einer großen Truhe enthielt die Hütte nur wenige, größtenteils auf dem Boden verstreut liegende Habseligkeiten. Achtlos in eine Ecke geworfen lugte ein Schild unter einem Haufen undefinierbarer Stofffetzen hervor. Zielstrebig ging Harald darauf zu. Mit spitzen Fingern entfernte er die alten Kleidungsstücke, und zum Vorschein kam eine Rüstung. Sie war verbeult und angelaufen. Das darauf liegende Schwert war schartig und von einer dünnen Schicht Flugrost überzogen.

»Ah, edler Ritter«, intonierte er, wobei er sich andeutungsweise vor Gerbald verneigte. »Ich sehe, dies sind Eure erlesene Rüstung und Euer magisches Schwert. Ihr habt doch sicher nichts dagegen, wenn wir Euch beim Ankleiden helfen, oder?« Mit diesen Worten winkte er seine beiden Begleiter heran. Den hasserfüllten Blick Lilians quittierte er mit einem triumphierenden Lächeln.

***

Eine halbe Stunde später stand Gerbald, gerüstet und gegürtet, vor seiner Hütte. Er schwankte leicht.

Harald betrachte zufrieden sein Werk. Nun konnte man Gerbald wirklich für einen Ritter halten, wenn auch für einen, der gerade von einem Schlachtfeld auferstanden war.

Sein Brustpanzer hatte Schlagseite, Arm- und Beinschienen hingen mehr schlecht als recht an ihren spröde gewordenen Lederriemen. Das Schwert baumelte schlapp in der maroden Scheide und in seinem Gürtel steckte ein alter Dolch. Sein Helm saß schief, und das Visier ließ sich nicht richtig schließen. Ein zu groß geratener Brotbeutel hing bis zum Knie herab. Rostflecken bedeckten weite Teile der Rüstung und wiesen im Mondlicht eine erschreckende Ähnlichkeit mit getrocknetem Blut auf. Gerbalds fahle Gesichtsfarbe und sein unbeteiligter Blick, der starr in die Dunkelheit gerichtet war, verstärkten den bizarren Gesamteindruck.

»Das reicht, Ihr hattet Euren Spaß!« Lilian stellte sich schützend vor Gerbald. Ihre Augen funkelten. »Lasst ihn endlich in Ruhe. Wenn er in seinem Zustand da hinausgeht, wird er sterben. Dazu braucht es weder Wolf noch Geist.«

Betretenes Schweigen war die Antwort. Niemand außer Harald wagte es, sie anzusehen.

Doch dann war es Gerbald, der die Stille brach.

»Es ist nicht ihre Entscheidung.« Ihm war anzuhören, dass er große Mühe hatte, klare Sätze zu formen. »Ich werde gehen. Ich werde mich dem Wolf und dem Geist stellen. Ich werde allen beweisen, dass ich kein Lügner bin. Ich bin ein Ritter.«

Mit diesen Worten wandte er sich um und lenkte seine schwankenden Schritte auf die Oststraße, die in Richtung Wald führte. Nach kurzer Zeit war er im Nebel verschwunden.

»Da geht er hin, der Narr«, sagte Harald und lachte verächtlich. »Wahrscheinlich kommt er nur bis zum Waldrand, wo er dann seinen Rausch ausschläft. Und morgen weiß er von nichts mehr. Lasst uns gehen.« Sein Blick blieb an einem Punkt im Nebel hängen, der etwas heller als die Umgebung zu sein schien. Für einen kurzen Moment glaubte er, eine zierliche Gestalt in einem wallenden weißen Gewand ausmachen zu können. Dann war die Erscheinung wieder verschwunden.

Plötzlich fröstelte es ihn.

 

Leseprobe aus „Der Wolf und der Geist

Zu spät!

Fackeln erhellten die Nacht als Orman mit seinen Männern auf die Mauern Kolfurts zuritt. Der Mond schimmerte rot auf den Fluten des Parzevals. Die Luft war noch immer mit dem Gestank des Brandes schwanger.

Flackerndes Licht ließ Schatten über eine frisch ausgehobene Grube zur Linken der Straße huschen. Fünf Männer standen dort und beobachteten die Reiter misstrauisch. Sie hatten sich Tücher vors Gesicht gebunden. Mehrere in grobes Leinen eingeschlagene Bündel lagen zu ihren Füßen im feuchten Gras. Aus einem der Bündel ragte eine zierliche Hand.

Orman zügelte seinen Rappen und blickte zu dem Hügel, der sich zwischen dem Massengrab und der Stadtmauer erhob. Hunderte von Menschen hatten sich dort versammelt.

Mit flauem Gefühl im Magen gebot Orman seinen Leuten zu warten und ritt die Flanke des Hügels hinauf. Zäh und unwillig teilte sich die Menge vor ihm. Schweigend starrten die Menschen ihn an. Ihre Blicke erzählten von Angst, Wut und Reue. Einige der fahlen Gesichter waren rußgeschwärzt. Andere wiesen Schrammen oder Verbände auf. Doch allen gemeinsam war das beklommene Misstrauen, mit dem sie den Hauptmann beäugten.

Zu spät! Patrars Worte hallten in Ormans Kopf wieder. Aber das hatte er nicht gemeint, oder? Und zu spät war ein sehr dehnbarer Begriff. Für die Menschen, die neben der Grube im Gras lagen, war es definitiv zu spät. Aber was ihn auf dem Hügel erwartete, machte ihm wirklich Sorgen. Es war diese Art von Hügel, der zu jeder Stadt gehörte, die eine eigene Gerichtsbarkeit besaß. Gut in Sichtweite, damit er seine abschreckende Wirkung aufrechterhielt, und doch so weit weg von den Mauern, dass der Gestank nicht ständig präsent war. Faszination und Bedrohung gingen davon aus, es war ein Ort der Endgültigkeit. Normalerweise waren diese Hügel kahl, doch in Kolfurt hatte man eine Reihe Bäume so angepflanzt, dass die eigentliche Hinrichtungsstätte von der Straße nicht sofort einsehbar war. Eine gnädige Maßnahme, die vermutlich dazu diente die Kaufleute und Händler, welche die Stadt am Leben hielten, nicht schon bei ihrer Ankunft abzuschrecken.

Wenige Augenblicke später erreichte Orman den Gipfel des Richthügels. Der alte Galgen war leer. Doch unweit davon hatten die Stadtbewohner ein neues Schafott zusammengezimmert. Große Teile des Baumaterials stammten offensichtlich von den riesigen Wagen mit der charakteristisch gebogenen Deichsel, die auf der anderen Seite des Hügels in einem kleinen Hain standen. Orman zählte ein Dutzend Fahrzeuge. Das frisch errichtete Gerüst aus drei Längs- und fünf Querbalken trug reichlich Früchte. Dicht aufgereiht hingen die Leichen der Orks: Männer, Frauen und Kinder – keiner war verschont worden.

Ja, dachte Orman, das bedeutet ‚zu spät‘.

Leseprobe aus „Der Traum der Jägerin
amazon
 kobo_logo

Die Brüste der Prinzessin

Einen Moment lang stand Garvin wie gebannt da und starrte die Prinzessin an. Sie war nur eine Handbreit kleiner als er. Ihr Lächeln bescherte ihm weiche Knie und ihr Duft brachte ihn fast um den Verstand. Blonde Locken rahmten ihr ebenmäßiges Gesicht ein. Ihre mandelförmigen Augen schienen seine Seele aufzusaugen. Sie hatte eine schmale Nase und die hellste Haut, die Garvin je gesehen hatte.

Dann fiel ihm ein, dass man eine Prinzessin nicht einfach so anstarrte und er ließ seinen Blick sinken. Was seine Lage keineswegs verbesserte, denn nun ruhte sein Blick direkt auf dem Ausschnitt ihres Kleides, das alles andere als brav geschnitten war. Die Form ihrer apfelgroßen Brüste zeichnete sich so deutlich ab, dass er ein fast schmerzhaftes Ziehen in der Lendengegend verspürte. Hastig wich er zwei Schritte zurück, besann sich seiner Manieren und verbeugte sich tief.
»Garvin Ederholz, zu Euren Diensten, Majestät«, stieß er kurzatmig hervor. Er richtete sich wieder auf und blickte in ihr Gesicht. Ein amüsiertes Lächeln umspielte ihre roten Lippen. »Wir sollten hier verschwinden«, sagte er und wandte sich zum Gehen, ohne jedoch seinen Blick von ihr abzuwenden. »In diesem Gemäuer seid Ihr nicht sicher.«

»Ich will nicht fliehen«, erwiderte sie stolz. »Wir müssen uns der Gefahr stellen und meinen Widersachern zuvor …, oh, passt auf!«

Garvin war noch einen Schritt zurückgegangen und dabei mit dem Fuß an etwas hängen geblieben. Er schwankte. Seine Hände suchten vergeblich Halt. Dann fiel er mit einem Fluch zu Boden. Leicht benommen kam er wieder auf die Knie. Er versuchte zu erkennen, über was er gestolpert war. Er tastete nach dem Ding, was zwischen einem alten Schrank und ein paar halb zerfallenen Kisten hervorragte. Es war ein Bein. Garvin richtete sich auf und griff nach der Laterne, die dem Raum seine äußerst spärlich Beleuchtung schenkte.

»Lasst uns gehen«, wisperte die Prinzessin. »Bitte, ich will weg von hier.«

»Sofort«, erwiderte Garvin und leuchtete mit der Laterne zwischen den Schrank und die Kisten. »Sobald ich weiß, was hier los ist«. Er beugte sich vor, um besser sehen zu können.

Leseprobe aus „Die dritte Prinzessin

Der Wolf und der Geist

Der Wolf und der Geist - eBookWildes Land, so hieß das Buch, in dem »Der Wolf und der Geist« 2005 das erste Mal erschien. Seit dem ist diese Geschichte um einen verarmten Ritter, der hofft, mit der Jagd auf zwei Fantasiegestalten seine Ehre wiederzufinden, überarbeitet und einem erneuten Lektorat unterzogen worden. Die Story ist als eBook für 99 Cent (Amazon Kindle und Kobo ePUB ) und als Taschenbuch erhältlich.

Klappentext:

Gerbald von Habenstein hat alles verloren: seine Ländereien, seine Ehre und vor allem seine Selbstachtung. Als er sich auf eine Mission begibt, um das Land von dem Schrecken zu befreien, der nachts aus den Sümpfen steigt, muss er erkennen, dass manche Legenden einen tödlichen Kern enthalten.

Leseprobe:

Ein Bier noch

Das eBook ist erhältlich bei: Auch als Taschenbuch erhältlich:
Amazon
Kobo Amazon
%d Bloggern gefällt das: