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Liebe zwischen Ork und Menschen? Träume von einer “fantastischen” Liebe und gewinne ein eBook. [Qindie Gewinnspiel]

Als Tino’ta den das erste Mal vor Hauptmann Orman steht, bzw. liegt, ist sie voller Zorn. Doch dann muss sie erkennen, dass die Welt nicht einfach schwarz und weiß ist. Dass der Mensch, der so gar nicht ihrem Feindbild entsprechen will, ihr Herz schneller schlagen lässt, verwirrt die junge Orkjägerin anfangs. Während der Krieg zwischen den Rassen schier unaufhaltsam voranschreitet, erkennt Tino’ta, dass sie nur gemeinsam ihre Völker vor dem Untergang bewahren können. Und insgeheim wächst in ihr der Wunsch nach einer ganz anderen Gemeinsamkeit …

Ork und Mensch? Geist und Vampir? Welche fantastische oder mystische Liebesbeziehung spukt in Deiner Fantasie herum? Was wären die Probleme dieser Beziehung? Welche Möglichkeiten hätten die Liebenden, zueinander zu finden?

Erzähle uns, von welchem Liebespaar Du gerne lesen würdest und gewinne eine von drei E-Bookausgaben von “Der Traum der Jägerin”.

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Ich wünsche Euch beim Mitspielen viel Spaß und natürlich auch viel Glück beim Gewinnen!

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Leserunde zu »Der Traum der Jägerin« auf Lovelybooks

Ich stellt Euch 25 Exemplare meines Fantasy-Romans »Der Traum der Jägerin: Obsi‘tia – Das zweite Zeitalter« für eine Leserunde auf Lovelybooks zur Verfügung. Ich werde die Leserunde begleiten und auch für Fragen zur Verfügung stehen.

Es werden insgesamt 15 E-Books und bis zu 10 signierte Taschenbücher verlost. Bewerben könnt ihr Euch bis zum 4. August. Dabei gilt es, zwei leichte Fragen zu beantworten.

Hier geht’s zur Leserunde.

Verbranntes Fleisch

Der Regen war stärker geworden, doch Tino‘ta bemerkte es nicht. Wie betäubt bewegte sie sich zwischen den Überresten des Wagenzuges. Der Wind versetzte die Oka Bäume in ein beständiges Rauschen. Das aufgeregte Geschrei von Vögeln mischte sich mit dem Keifen der Pavahunde, sie sich um ihre Beute stritten. Gelegentlich knackte es in dem noch immer schwelenden Holz. Weißer Dampf stieg zischend auf, wo der Regen auf die verbleibenden Glutnester fiel. Der Brandgeruch war allgegenwärtig. Er hatte den Duft des Morgens vertrieben. Verschmortes Holz, Haare und Fleisch, der Gestank trieb Tino‘ta die Tränen in die Augen. Da waren noch andere Ausdünstungen. Bei jedem ihrer Schritte drängte sich eine weitere in den Vordergrund und verblasste wieder: Urin, verschmorter Kot und der metallische Geruch von Blut. Tino‘ta blieb stehen, um einen abgebrochenen Pfeil zu betrachten, der aus einer verkohlten Deichsel ragte. Ihre Hand glitt über den Schaft und verharrte kurz an der Bruchstelle. Eine zierliche Gestalt, halb unter dem Wagen verborgen, zog ihre Blicke an. Es war ein kleines Mädchen, die weit aufgerissenen Augen starr, die Hand im Tod fest um die Puppe eines Laufvogels geklammert. Vergangenheit und Gegenwart drängten gleichermaßen auf Tino‘ta ein. Ein anderes Orkmädchen tauchte in ihrer Erinnerung auf, das verzweifelt versuchte die geliebte Puppe hinter ihrem Rücken zu verbergen – vergeblich. Es war der Tag, an dem ihre Mutter ihr eröffnete, dass sie nun zu alt sei, um noch ein Kind zu sein. Damals hatte sie es nicht verstanden. Noch Stunden später hatte sie weinend vor dem Feuer gesessen, in dem ihre Mutter die Puppe verbrannt hatte; es waren die letzten Tränen ihrer Kindheit. Doch dann war die Zeit gekommen, die alles veränderte. Sie war erwachsen geworden. Ein vollwertiges Mitglied des Klans. Und mit einem Mal war die Kinderzeit vergessen; das geliebte Spielzeug nur noch ein Schatten der Vergangenheit.
Bis jetzt.
Ork überfallene KarawaneTino‘ta ging in die Hocke. Sanft schloss sie die Augen der Kleinen und legte ihr die Puppe auf die Brust. Dann erst zog sie den leblosen Körper vollständig unter dem Wagen hervor und hob sie vorsichtig auf. Obwohl sie es besser wusste, hatte sie das Gefühl, sie dürfe den Schlaf des Mädchens nicht stören. Sie richtete sich auf und begann, sich den Weg aus dem Trümmerfeld hinaus zu suchen. Die Wagen hatten Tino‘ta immer ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Die riesigen Räder, die sie selbst dann noch überragten, wenn sie auf Na’tarva ritt, die massiven Aufbauten, die die Habe der Sippe und die Kinder trugen und die mächtigen, gebogenen Deichseln, an denen die Muhvak-Stiere angejocht wurden. All das hatte sie bisher mit Heimat verbunden. Jeder Ork, der nicht zu alt zum Wandern war, verbrachte die Hälfte seines Lebens in den Wagen. Abends, wenn sie sich einen Platz zum Rasten suchten, stellten die Wagenführer ihre Gefährte in einem Kreis auf, die Deichseln nach innen gerichtet. Dann wurden Planen von Deichsel zu Deichsel gespannt, so dass ein gewaltiger Zeltkreis entstand, der seine Bewohner vor Wind und Wetter schützte. In der offenen Mitte dieser Wagenburg brannte das große Feuer. Hier brieten die Frauen das Fleisch, und wenn die Dunkelheit kam, erzählten die Männer Geschichten aus vergangenen Tagen, während sich die Kinder in die Arme ihrer Mütter kuschelten. Die schweren Wagen selbst dienten als Abschirmung gegen Tiere und etwaige Feinde. Es entstand eine Festung, in der die Orks sich behütet fühlen konnten. Zusammen mit den Kriegern, die jeder Sippe angehörten, bildete die Wagenburg den vollkommenen Schutz der Sippe – der Familie. Die Kinder wussten es, die Mütter wussten es und auch Tino‘ta wusste es … bis heute. Wer auch immer die Orks hier abgeschlachtet hatte, sie hatten ihn nicht als Feind betrachtet, bevor es zu spät war. Und so nahe an der Grenze zu den Ländern der Menschen konnte es nur einen Schuldigen geben.
Tino‘ta zwängte sich zwischen einem zerbrochenen Rad und dem Kadaver eines Muhvak-Stiers hindurch. Die verdrehten Augen des großen Tieres standen offen. Seine Zunge, die die Länge von Tino‘tas Arm hatte, hing ihm aus dem Maul. Für einen Moment übertünchte der Gestank seines nassen Felles alle anderen Gerüche.
Tino‘ta erreichte die Stelle, an der schon sieben andere Leichen lagen. Vier Frauen im fortgeschrittenen Alter, ein Mann, dessen Kopf sie noch nicht hatten finden können, und zwei Jungen. Bedächtig legte sie den Körper des Mädchens neben den Frauen ab. Dann wischte sie sich Ruß und Tränen aus dem Gesicht und marschierte entschlossen zurück zu der Wagenburg.

Sie kehrte zu der Stelle zurück, an der das Kind gelegen hatte. Um weiter vorzudringen, musste sie eine Barriere aus zerbrochenen Fässern überwinden. Direkt dahinter fand sie die nächste Leiche. Diesmal musste sie erst einen Pavahund vertreiben, der nur widerwillig von seiner Beute abließ. Der kleine Aasfresser fauchte sie an, besaß aber nicht den Mut ihr entgegenzutreten. Nachdem sie mehrmals auf den Boden gestampft und einen kleinen Stein nach ihm geworfen hatte, zog er schließlich winselnd von dannen.
Entsetzt starrte sie auf die Tote. Sie hätte nicht gedacht, dass ihr ein Anblick noch näher gehen konnte als der des toten Mädchens. Nun musste sie sich eingestehen, dass sie sich geirrt hatte. Die junge Frau war kaum älter als sie selbst. Man hatte sie entkleidet und an ein Wagenrad gebunden. Ihr einst hübsches Gesicht war mit Tränen und Blut verschmiert. Der Strick, mit dem sie erdrosselt wurde, hing noch immer um ihren Hals. Tino‘tas Kehle wurde trocken. Sie konnte ihre Tränen nicht mehr aufhalten. Niemand durfte so etwas tun. Nicht so. Aber es war nicht die Art, wie die junge Frau gestorben war, die Tino‘ta am meisten mitnahm, es war die Tatsache, dass sie schwanger gewesen war.
Verzweifelt wandte sich Tino‘ta ab, doch wohin sie auch schaute, überall lagen Tote; erschlagen, erdrosselt, ausgeweidet. Das war kein Kampf gewesen, sondern Mord.

»Etwas stimmt hier nicht«, Kelosas Stimme ließ Tino‘ta herumwirbeln. Der große Jäger war über und über mit Ruß bedeckt. An seinen Armen klebte Blut, das nicht von ihm stammte.
»Etwas stimmt nicht?«, stieß sie hervor. Wut funkelte in ihren Augen. »Jemand schlachtet unschuldige Kinder und Frauen ab und alles, was dir dazu einfällt, ist: Etwas stimmt nicht?«
»Du verstehst mich falsch«, verteidigte sich Kelosa. »Ich meine nicht diese Gräueltaten, sondern die Umstände.«
Tino‘ta sah ihn verwirrt an. »Wie meinst du das?«
»Schau dich doch um. Hier stehen die Überreste von sieben Wagen. Hast du jemals gehört, dass eine Sippe nur mit sieben Wagen durch diesen Landstrich gezogen ist?«
»Vielleicht wurden sie von den anderen getrennt? Oder der Rest der Sippe ist nach dem Kampf weitergezogen.«
»Und hat die Toten so zurückgelassen? Niemals!«
Kelosa bückte sich und hob etwas vom Boden auf. Es sah aus wie ein zerbrochenes Schmuckstück. Nachdenklich drehte er es zwischen den Fingern.
»Und noch etwas«, fuhr er nach einer Weile fort. »Hier liegen mehr Leichen und tote Zugtiere, als dass es nur sieben Wagen gewesen sein können. Vielleicht haben sie die Wagen irgendwo leer zurücklassen müssen. Alles in allem sieht das hier aus, als wäre es wie eine normale Sippe gewesen. Aber etwas fehlt.«

Leseprobe aus „Der Traum der Jägerin

Das Kleid

Behutsam streifte sich Libold das Kleid über. Dabei verzog er angewidert das Gesicht. Nicht dass an dem Kleid etwas auszusetzen gewesen wäre. Im Gegenteil, es war ein sehr schönes Kleid: weiß mit kleinen blauen Blumen darauf und Rüschen an den Ärmeln. Es hatte ihn und seine Kameraden eine Menge Geld gekostet. Der Anlass für seinen Gesichtsausdruck war, dass er ein Kleid anzog, das er lieber einem hübschen Mädchen ausgezogen hätte.

Neben der reinen Überwindung war das nächste Hindernis beim Ankleiden seine Statur. Das Kleid war offensichtlich für eine viel zierlichere Person gedacht. Gut, dann sollte es eben hinten offenbleiben. Es würde ja sowieso nur von vorne zu sehen sein. Ein Grinsen stahl sich in Libolds schmalwangiges Gesicht. Und je mehr er an die bald kommenden Ereignisse dachte, desto breiter wurde es. Bald war es so weit; das würde ein Spaß werden. Mit einem leichten Kribbeln durchströmte ihn die Vorfreude. Über diesen Streich würde der Heerhaufen noch monatelang reden und lachen. Hoffentlich nahm ihm Garvin das nicht allzu übel. Er mochte den Jungen. Das war auch der Grund, warum er sich dazu bereit erklärt hatte, in Frauenkleider zu schlüpfen. So konnte er Garvins Gesichtsausdruck im Augenblick der Erkenntnis aus erster Hand genießen.

Aber es gab noch einen Grund, warum er diese Rolle in dem Scherz übernahm: Mit seiner schlanken Figur und den langen blonden Haaren war er der Einzige im Heerhaufen, der im Dunklen auf den ersten Blick als Frau durchgehen konnte.

Rasch legte er noch den himmelblauen Umhang um und zog die Kapuze tief ins Gesicht. Wenn er sich im Schatten halten würde, hätte er die Chance, die Maskerade so lange aufrechtzuerhalten, bis er Garvin einen bärtigen Kuss gegeben hatte.

Er räusperte sich.

»Oh helft mir, ich bin ja so verzweifelt«, flötetet er mit seiner höchsten Stimme. »Ihr seid mein Held!«

Dann brach er in schallendes Lachen aus.

Leseprobe aus „Die dritte Prinzessin

So erniedrigend

Es war so erniedrigend! Der Mensch hatte sie getragen! Wie ein kleines Kind! Immer noch verschnürt und hilflos hatte er sie aufgehoben und sich einfach über die Schulter geworfen. Ihre Versuche, sich aus seinem Griff zu befreien, waren vergeblich gewesen. Und jetzt hatte er sie auch noch dem anderen Menschen wie ein Brautgeschenk vor die Füße gelegt. Vor Wut hätte Tino‘ta heulen können. Wenn sie nur aus ihren Fesseln herauskäme, wenn sie doch nur ihre Arme wieder gebrauchen könnte, sie würde es diesen Menschen schon zeigen. Sie würde ihnen ihre Arroganz mitsamt ihrem Leben austreiben.

Sie richtete ihren Zorn auf den großen Mann, vor dessen Füßen sie nun lag und der sie mit einem gewissen Grad an Neugier und Überraschung betrachtete.

»Warum hast du sie gefangen?« In der Stimme des Mannes war kein Vorwurf, er akzeptierte die Entscheidung des Anderen, wollte aber den Grund verstehen.

»Das habe ich nicht, Hauptmann«, antwortete nun der Mann, der maximal ein Jahr älter war als sie selbst. »Ich habe sie so gefunden. Sie lag verschnürt wie ein Päckchen in einer Bodensenke. Vielleicht hat sie jemand dort verloren, obwohl ich eher glaube, dass sie demjenigen, der sie so fein eingeschnürt hat, entkommen ist. Es ist schwer, sie zu halten. Sie ist wie eine Wildkatze. Sie hat mich sogar in den Rücken gebissen.«

Der Mann, den der andere als Hauptmann angeredet hatte, kniete sich neben Tino‘ta nieder und sah ihr ins Gesicht. Sie überkam das seltsame Gefühl, seine grünen Augen vorher schon mal gesehen zu haben. Mit voller Kraft zerrte sie an ihren Fesseln, doch das Einzige, was sie bewirkte, war ein stechender Schmerz in der Schulter.

»Mein Name ist Orman.« Seine Stimme war tief und schwang in ihren Eingeweiden nach. Tino‘ta antwortet nicht. Ihre Augen sprühten Funken vor Zorn.

»Ich will wissen, was da vor uns passiert«, fuhr er nach einigen Augenblicken fort. »Irgendetwas geht heute Nacht in diesem Wald vor sich und ich denke, du kannst mir etwas darüber erzählen. Alles, was ich will, sind ein paar Antworten.«

Was bildete er sich ein?! Das war Orkland, wie konnte er hierherkommen und sie, gefesselt und hilflos, verhören, als sei sie der Eindringling und nicht er. Dass er dabei so ruhig blieb, machte alles noch schlimmer. Tino‘ta bäumte sich auf. Ein unartikulierter Zorneslaut drang aus ihrer Kehle, sie wollte ihn schlagen, ihn beißen, aber er wich nicht einmal zurück. Tränen der Wut liefen ihr übers Gesicht. Verzweifelt und erschöpft sank sie zurück auf den Waldboden.

»Du willst also nicht antworten? Oder verstehst du mich nicht?«

Natürlich hatte sie die Sprache der Menschen der Grenzlande gelernt. Eine Notwendigkeit für die Orks, die jedes Jahr durch diese Gegend zogen, um zu ihren Winterquartieren zu kommen, aber erst in diesem Moment wurde ihr bewusst, dass er zu ihr nicht in seiner, sondern in ihrer Sprache gesprochen hatte. Ein Riss aus Verwirrung ließ den Damm der Wut brechen.

Ork Wagen 2»Nein! Ich will nicht!« Sie wusste, wie dumm ihre Worte klingen mussten. »Fühlt ihr euch stark, weil ihr eine gefesselte Frau verhöhnen könnt? Was haben wir euch getan? Wenn ihr uns vernichten wollt, dann versucht es doch im offenen Kampf! Aber dafür habt ihr keinen Mut. Das ist unser Land! Ihr habt hier nichts zu suchen. Ihr kommt hierher und führt euch auf, als wärt ihr die Herren. Ihr schlachtet unsere Kinder ab, vergewaltigt hilflose Mütter und verbrennt unsere Wagen. Warum? Ihr …« Tino‘ta verstummte. Sie hatte jede Reaktion von dem Menschen erwartet: Wut, Aggressivität, sogar ein Messer zwischen den Rippen, aber sie würde nie wieder diesen Ausdruck von Schmerz und Entsetzen vergessen, der für einen winzigen Moment in seinen grünen Augen aufleuchtete. Das Gefühl, in seine Seele geblickt zu haben, raubte ihrer Wut die Worte.

Orman richtete sich auf. Fast nebenbei wurde ihm bewusst, dass einige seiner Männer zu ihm getreten waren. »Schneide sie los«, befahl er an Lacaru gewandt. Und als er das Zögern des Mannes bemerkte, fügte er ein »Tu es« hinzu, das viel schärfer klang, als er beabsichtigt hatte.

»Du bist frei«, sagte er zu Tino‘ta.

»Was?«

»Nun, du kannst gehen. Wie du sagtest, es ist euer Land und ich habe weder das Recht noch die Absicht, dich hier festzuhalten. Ich werde auch allein herausfinde, was hier vor sich geht.«

Leseprobe aus „Der Traum der Jägerin

 

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