Startseite » Neuigkeiten » Ein unglaublich erregendes Gefühl

Ein unglaublich erregendes Gefühl

Jisbhia öffnete die Spange am Hals. Fast lautlos glitt das Kleid an ihrem Körper hinab. Nur ein sanftes Knistern war zu vernehmen, als die blaue Seide sich zu den Füßen der schlanken Elfe sammelte und ihre nackte Haut zurückließ. Mit einem kreisenden Kopfschwung warf Jisbhia ihr silbrig blondes Haar so, dass es ihr nach vorn über die linke Schulter fiel und eine ihrer kleinen Brüste bedeckte. Zügig begann sie, es zu einem Zopf zu flechten, während sie endgültig aus dem auf dem Boden liegenden Kleid stieg. Eine elegante Bewegung mit dem rechten Fuß beförderte das Kleidungsstück auf das schmale Bett, das fast die ganze Längsseite des winzigen Wagens ausfüllte. Kaum dass sie den Zopf fertiggeflochten hatte, wickelte sie ihn um den Kopf und sicherte ihn mit einer Nadel und einem Stück blauer Kordel. Nun hob sie den Deckel der alten Truhe am Fußende des Bettes an und entnahm ihr ein Bündel graubrauner Kleidung. Während sie es mit geschickten Fingern aufschnürte, fiel ihr Blick aus dem Wagenfenster. Dunkle Wolken türmten sich hinter dem Zirkuszelt auf. Die Silhouette der Stadt war in der aufziehenden Dunkelheit kaum noch zu erkennen.

JisbhiaEs war das perfekte Wetter für eine nächtliche Einkaufstour. Rasch zog sie die rauen Beinlinge an und verschnürte sie unter ihrer Scham. Sie fixierte sie mit einem schmalen Lederband, dass sie um ihre Taille band. Erst dann stülpte sie das fast knielange Hemd über. Der derbe Stoff kratzte erregend auf ihrer bloße Haut und ihren Brustwarzen. Jisbhia liebte das Gefühl, es glich einem Vorspiel. Heute Nacht würde sie einen ganz speziellen Höhepunkt erleben. Es gab selten die Gelegenheit, dass sie bei ihren Touren einen wirklich dicken Fang machte, aber diesmal würde es anders sein. Ein Abgesandter von Grenovalde war im ‚Unter dem Birn‘ eingekehrt. Ein königlicher Delegat. Und das bedeutete reiche Beute. Natürlich musste sie dazu erst mal in das Gasthaus gelangen, das den Ruf besaß, dass kein Dieb dort eindringen könne. Deshalb wähnten sich seine Bewohner auch sicher. Zu sicher. Jisbhia lachte auf – es war ein Laut, der an silberne Glöckchen erinnerte. Sie zog ein dünnes Seil und den kleinen Beutel aus der Truhe, der ihre Werkzeuge enthielt. In dieser Nacht würde sie nicht nur den Abgesandten um einige unnötige Reichtümer erleichtern, nein, sie würde auch den Ruf dieses hochnäsigen Gasthauses zerstören. Ja, das würde ihre Nacht werden – und das war ein unglaublich erregendes Gefühl.

 

Dies ist ein Leseprobe aus „Das Rad zerbricht

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: